PROF. DR. ANDREAS MOJZISCH

Innovation und Produktivität entstehen durch Austausch

Kreative Ideen sind der Motor für Innovation und Produktivität. Wer sie sucht, muss sich entscheiden: ins stille Kämmerlein flüchten und dort auf die Eingebung hoffen – oder gemeinsam mit anderen Ideen generieren.


Zugegeben: Manchmal mag es helfen, sich im Kämmerlein zu vergraben und nur den eigenen Gedanken zu folgen. Viel öfter aber hilft genau das Gegenteil: andere Menschen und ihre Sichtweisen einzubeziehen. Die Perspektive zu wechseln. Die Sichtweisen der anderen sind dabei häufig nicht deckungsgleich mit den eigenen, im besten Fall sogar ganz anders. Denn hier liegt der Nutzen des Austauschs: Indem wir mit anderen sprechen, erweitern wir den mentalen Raum, in dem wir nach einer Lösung suchen. Alleine ziehen wir im Geiste immer wieder dieselben Schubladen auf – und bekommen auch bei wechselnden Fragestellungen immer wieder ähnliche Antworten. Andere Menschen dagegen zeigen uns, dass wir lieber eine andere Schublade aufmachen sollten. Oder vielleicht sogar die Schranktür nebenan. Denn nur dort finden wir die neuartigen Ideen.


Dies ist kein Plädoyer für Brainstorming in Gruppen. Denn auch wenn es noch so gern beschworen wird: Studien zeigen, dass Brainstorming in Gruppen selten funktioniert. Während die Gruppenmitglieder darauf warten, bis sie endlich etwas sagen dürfen, nehmen sie wenig von denjenigen Ideen auf, die die anderen beitragen.


Die wirklich guten Ideen entstehen dagegen in sehr kleinen Gruppen oder auch ganz einfach zu zweit. Ein solcher Austausch mit anderen Menschen darf auch unangenehm sein. Oft – ob bewusst oder nicht – suchen wir im Leben nach Bestätigung unser Meinungen und Werte: das heißt nach Menschen, die unsere Sichtweise teilen, die unsere Vorschläge durchwinken. Das ist einfach, angenehm und gut fürs Ego. Es mag sogar den Gruppenzusammenhalt fördern und zu Harmonie in der Gruppe führen – aber zu wirklich kreativen Einfällen führt es selten. Für letztere ist es nötig, dass wir unsere eigenen Ansichten herausfordern, evaluieren und, falls nötig, neu formulieren.


Gruppenexperimente zeigen, dass gerade Meinungsvielfalt zu besseren Entscheidungen führt und ein wichtiger Motor für Synergie ist. Der Schlüssel dazu ist Streitlust gepaart mit Respekt für den anderen. Der Weg zu kreativen Ideen mag insofern nicht immer leicht sein – 

Aber er lohnt sich.

Kreative Ideen sind der Motor für Innovation und Produktivität. Wer sie sucht, muss sich entscheiden: ins stille Kämmerlein flüchten und dort auf die Eingebung hoffen – oder gemeinsam mit anderen Ideen generieren.


Zugegeben: Manchmal mag es helfen, sich im Kämmerlein zu vergraben und nur den eigenen Gedanken zu folgen. Viel öfter aber hilft genau das Gegenteil: andere Menschen und ihre Sichtweisen einzubeziehen. Die Perspektive zu wechseln. Die Sichtweisen der anderen sind dabei häufig nicht deckungsgleich mit den eigenen, im besten Fall sogar ganz anders. Denn hier liegt der Nutzen des Austauschs: Indem wir mit anderen sprechen, erweitern wir den mentalen Raum, in dem wir nach einer Lösung suchen. Alleine ziehen wir im Geiste immer wieder dieselben Schubladen auf – und bekommen auch bei wechselnden Fragestellungen immer wieder ähnliche Antworten. Andere Menschen dagegen zeigen uns, dass wir lieber eine andere Schublade aufmachen sollten. Oder vielleicht sogar die Schranktür nebenan. Denn nur dort finden wir die neuartigen Ideen.


Dies ist kein Plädoyer für Brainstorming in Gruppen. Denn auch wenn es noch so gern beschworen wird: Studien zeigen, dass Brainstorming in Gruppen selten funktioniert. Während die Gruppenmitglieder darauf warten, bis sie endlich etwas sagen dürfen, nehmen sie wenig von denjenigen Ideen auf, die die anderen beitragen.


Die wirklich guten Ideen entstehen dagegen in sehr kleinen Gruppen oder auch ganz einfach zu zweit. Ein solcher Austausch mit anderen Menschen darf auch unangenehm sein. Oft – ob bewusst oder nicht – suchen wir im Leben nach Bestätigung unser Meinungen und Werte: das heißt nach Menschen, die unsere Sichtweise teilen, die unsere Vorschläge durchwinken. Das ist einfach, angenehm und gut fürs Ego. Es mag sogar den Gruppenzusammenhalt fördern und zu Harmonie in der Gruppe führen – aber zu wirklich kreativen Einfällen führt es selten. Für letztere ist es nötig, dass wir unsere eigenen Ansichten herausfordern, evaluieren und, falls nötig, neu formulieren.


Gruppenexperimente zeigen, dass gerade Meinungsvielfalt zu besseren Entscheidungen führt und ein wichtiger Motor für Synergie ist. Der Schlüssel dazu ist Streitlust gepaart mit Respekt für den anderen. Der Weg zu kreativen Ideen mag insofern nicht immer leicht sein – aber er lohnt sich.

Andreas Mojzisch hält den Lehrstuhl im Lehrfach Psychologie an der Universität Hildesheim. Dabei konzentriert er sich nun seit 18 Jahren auf die Erforschung der Informationsübertragung und der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Gruppen.

Unsere Lösungen

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